Wappen der Familie  Wolff - Metternich
  
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Schloss Wehrden

Geschichte des Hauses und seiner Eigentümer
 


Oftmals setzt erst mit den Aufzeichnungen der Klöster über ihren Grundbesitz die urkundliche Überlieferung ein, welche die Geschichte eines Ortes dokumentiert. Es ist davon auszugehen, dass Wehrden sehr alt ist, weitaus älter, als die erstmalige Erwähnung in einer Schenkungsurkunde von 860 der Haduwy, Witwe des Amelung, an die Reichsabtei Corvey vermuten lässt. Graf Amelung gehörte zum sächsischen Geschlecht der Billunger.

Von diesem Zeitpunkt an übt Corvey die Grundherrschaft über Wehrden aus. Später wird der Ort dem Adelsgeschlecht von Amelunxen als Lehen übertragen. Im Jahre 1697 errichtet der Fürstbischof von Paderborn, Hermann Werner Frhr. von Wolff-Metternich zur Gracht, das von Wolff-Metternich'sche Familienfideikommiss, bestehend aus den Gütern Amelunxen, Wehrden, Schirmeke und Löwendorf. Unter ihm erlebt das Dorf einen starken Aufschwung. So wird 1696 die halb verfallene ehemalige Wasserburg z.T. abgebrochen und an gleicher Stelle das jetzige, wesentlich größere Schloss errichtet. Die Erbauung der Wehrdener Kirche wird im Jahre 1699 vollendet.

  
Der Stifter des Wehrdener Fideikomisses und Bauherr von Schloss Wehrden
  

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Domdechant Hermann-Werner Freiherr Wolff-Metternich zur Gracht (1625-1704) wird am 15. September 1683 vom Paderborner Domkapitel zum Fürstbischof des Fürstbistums Paderborn gewählt. Neben dieser Funktion steht er im Fürstentum Hildesheim als Domprobst an der Spitze des dortigen Kapitels und gehört auch zum Domkapitel des Fürstbistums Münster. 

Hermann-Werner entstammt einer rheinischen Adelsfamilie, deren Stammsitz das Wasserschloss Gracht bei Liblar ist. Über dem dortigen Eingangsportal ist bis heute ein Spruch eingemeisselt, der Auskunft über den Ursprung des Doppelnamens der Familie gibt:  

Vorhin War ich Aus Hessen Landt
Von Guden Berg Ein Wolff Genandt
Jetzt bin ich hier Durch Gottes Macht
Heisch Wolff Genant Metternich zur Gracht

Die Stammburg derer von Gudenberg wiederum stand unweit der Ortschaft Zierenberg nord-westlich von Kassel.

Die Familie der Freiherrn von Wolff-Metternich besass seit dem 16. Jahrhundert eine Lehensexpektanz, da der Grossvater des Fürstbischofs dem Stifte Corvey bei der Römischen Curie im Bezug auf die Sankt Peterskirche zu Höxter wesentliche Dienste geleistet hatte. Lehensexpektanzen waren Anwartschaftsrechte auf Zuteilung eines an den Lehensherren heimgefallenen Lehens.

Dieses Recht nimmt der Fürstbischof wahr durch den Kauf der von der Familie von Amelunxen, welche in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, zurückgegebenen Güter Amelunxen und Wehrden.

 Bildvergrösserung Von dem Kapuzinermönch und Architekten Ambrosius von Oelde lässt er in den Jahren 1696–99 das ehemalige, aus dem 16. Jahrhundert stammende, in Wehrden an der Weser gelegene Landdrostenhaus grundlegend erweitern und zu einer repräsentativen Schlossanlage umbauen. Während der Bauarbeiten wohnt er in dem noch heute erhaltenen, nord-östlich gelegenen polygonalen Turmbau, erbaut ca. 1615. Hier lässt er zunächst im Erdgeschoss eine Kapelle einrichten, welche dem Hl. Antonius geweiht wird.

Hermann-Werner stirbt am 21. Mai 1704 und vererbt den Besitz als Fideikomiss an den zweitgeborenen Sohn seines Bruders aus Gracht (bei Liblar), Hieronymus Leopold, verheiratet mit Antonetta von der Horst aus dem Hause Herllenbrock.

Damit erfüllt sich der Wunsch des Fürstbischofs, in Wehrden eine weitere Linie der Familie Wolff-Metternich zu gründen.
  

Im Dienst von Kreis und Staat
Bemerkenswert ist die Bedeutung einiger Familienmitglieder vor allem im 19. Jahrhundert:
    

 Bildvergrösserung Franz Wenzel Philipp Frhr. v. Wolff-Metternich auf Wehrden, (er erhält 1840 durch König Friedrich Wilhelm IV den Titel geheimer Regierungsrat) wird 1803 Landrat des preussischen Kreises Warburg mit Sitz in Beverungen. Ein Dekret Jerôme Napoleons, des Königs von Westfalen, ernennt ihn 1808 zum Unterpräfekten des Distriktes Höxter. Durch Kabinettsorder von 1817 wird er schliesslich zum ersten Landrat des Kreises Höxter ernannt. Bis zu seinem Abschied im Jahre 1845 macht er sich besonders verdient durch den Ausbau des Strassennetzes und des Schulwesens im Kreis Höxter sowie durch die Förderung der Landwirtschaft, besonders der Obstbaumzucht.
Seine Frau Dorothea, geb. Freiin v. Haxthausen aus Bökendorf, bringt schon früh den Dichtungen ihrer Nichte Anette v. Droste-Hülshoff grosse Aufmerksamkeit entgegen. Diese wiederum besucht häufig Ihre "Tante Dorly" in Wehrden. Hierbei eignet sich die Dichterin genaue Kenntnisse von Land und Leuten an, die es ihr ermöglichten, noch Jahre später, so in Schückings "Malerischem und Romantischen Westfalen" eine lebendige Schilderung über Schloss und Turm Wehrden zu geben. Mit Vorliebe bewohnt sie den heute nach ihr benannten Turm, welchen sie, mit seiner Aussicht, als höchst poetischen Ort, "dem auch die Weihe durch Sage und Gespensterglaube nicht fehlt", besonders schätz. "Der Fundator" heisst eine Ihrer schönsten Balladen, welche dem Fürstbischof als ehemaligem Bewohner des Turmes gewidmet ist.
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Friedrich Frhr. v. Wolff-Metternich folgt 1845 als 2. Landrat des Kreises Höxter seinem Vater im Amt. Durch seine Teilnahme am kulturellen Leben und der geschichtlichen Erforschung der Heimat wird er weit über die Grenzen seines Kreises bekannt. Die Forschungen hat er in seiner "Beschreibung des Kreises Höxter" (2 Bände 1870/77) zusammen gefasst. 
Das wichtigste Ereignis seiner Amtszeit ist die Gründung der Sparkasse in Brakel 1848. Nach 40-jähriger Tätigkeit in diesem Amt hat er sich auch besonders als Förderer des Eisenbahnbaus einen Namen gemacht.

 Bildvergrösserung Sein älterer Bruder Clemens Frhr. v. Wolff-Metternich zu Wehrden geht in Preussische Dienste und wird schliesslich zum Regierungs-Vizepräsidenten von Potsdam, eine Karriere, welche für ein Mitglied einer katholischen Adelsfamilie aus Westfalen in der damaligen Zeit nicht selbstverständlich ist.

In seinen späten Jahren verfasst er in Wehrden eine Familiengeschichte und Chronik, das sogenannte  "Hausbuch", welches 1985 von einem Urenkel zusammen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe herausgegeben wird.

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Dessen Sohn Philipp Frhr. v. Wolff-Metternich baut 1898, inspiriert durch die Weltausstellung in Paris, in Amelunxen eines der ersten Wasserkraftwerke Deutschlands und erhellt Schloss Wehrden und Amelunxen mit elektrischer Energie.

Nach dem Krieg 1870-71 lässt er im Rahmen von Dacherneuerungsarbeiten den grossen Giebel im Stil der Renaissance in die Schlossfassade einfügen. 1895 wird von ihm und seiner Frau der Schlosspark bis an das Weserufer erweitert. 
(siehe unten)

Sein Sohn Karl Frhr. v. Wolff-Metternich wird ebenfalls, allerdings nur für kurze Zeit, Landrat des Kreises Höxter. Er lässt sich 1918 aus dem Amt entlassen, um die durch den Tod seines Bruders verwaisten Güter verwalten zu können. 1926 baut er die Rentei in den Schlosshof und lässt 1930 den alten "Sonnenerker" an die linke Schloss-Fassade setzen.

Geschichte des Schlossparks


  
Die Geschichte des "Alten Schlossparks Wehrden"
Im Jahre 1696, vor gut 300 Jahren also, liess Hermann-Werner Freiherr von Wolff-Metternich, Fürstbischof zu Paderborn das prachtvolle Wehrdener Schloss von dem damals bekannten Architekten und Kapuzinermönch Ambrosius von Oelde erbauen. Beim Bau dieses Hauses verwandte und umbaute man die Mauern eines zweigeschossigen Drostenhofs aus der Renaissance, welcher sehr baufällig gewesen sein soll. Noch heute kann man einige ehemals aussen gelegene Fenstergewände innerhalb des Gebäudes erkennen. Leider gibt es weder von diesem Gebäude, noch von dem sicherlich schon damals vorhandenen Park eine Abbildung.
  
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Die älteste Abbildung des Schlosses ist auf einer Flurkarte aus der Zeit um 1730 zu finden. Hier erkennt man, dass der Schlosspark von einer hohen Mauer umgeben war. In dieser Mauer befanden sich 2 kleine Tore, durch die man über je eine kleine Treppenanlage an die Weser gelangte.

Bildvergrösserung Ein schöner Stahlstich vom Schloss und Turm Wehrden aus der Zeit vor der Erstellung des "Neuen Parks" findet sich in dem Buch "Das malerische und romantische Westphalen" von Levin Schücking.
Bildvergrösserung Ein altes Photo zeigt ebenfalls den Blick auf das Schloss von der anderen Weserseite aus. Auch auf diesem Bild kann man gut die Mauer erkennen, sie ist nur nicht mehr so hoch wie ursprünglich.
Auf der Fläche des späteren "Neuen Schlossparks" sieht man hier noch eine Wiese.
  
Die Geschichte des "Neuen Schlossparks Wehrden"  
Anlässlich Ihrer Silberhochzeit geben Philipp Freiherr von Wolff-Metternich und seine Frau Mathilde, die Urgrosseltern der heutigen Eigentümerin, Andrea von Köckritz, im Jahre 1895 dem Gartenarchitekten Friedrich Schulz aus Köln den Auftrag, den vorhandenen Park im Stil eines englischen Landschaftsgartens in Richtung Weser zu erweitern. Schulz, der sich als kaiserlich russischer Hofgärtner und Architekt bezeichnet, lässt die Mauer entlang des Weserflutgrabens bis auf die Fundamente abtragen, um den alten und den neuen Park verschmelzen zu lassen. Das Wegenetz legt er, entsprechend der Lenné-Meyer'schen Lehre, mit Krümmungen, weit schwingenden Bögen und unterschiedlichsten Windungen an. Dabei spielen die Sichtachsen vom Schloss und vom Droste-Hülshoff-Turm zur Weser und umgekehrt eine wichtige Rolle. Durch geschickt angeordnete Baumgruppen und Sträucher schafft er Räume, die sich dem Betrachter beim Flanieren öffnen.
 

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Nach 1945 sieht sich der Enkelsohn der Erbauer, Philipp Freiherr von Wolff-Metternich, nicht mehr in der Lage den gesamten Park in Ordnung zu halten und lässt den jetzigen "Neuen Park" mit Fichten und Lärchen aufforsten. Lange Zeit wird es still um den "Neuen Park". Erst die Diplomarbeit des Studenten der Universität Gesamthochschule Paderborn, Abteilung Höxter, Bernd Stiegele, bringt eine Fülle von Erkenntnissen zu Tage und weckt den Wunsch nach Wiederherstellung.

Der Vorstoss einiger Wehrdener Bürger, zusammen mit der Eigentümerin den Park in Eigenleistung wiederherzustellen, scheitert zunächst. Als dann aber im Jahr 2000, im Rahmen der Expo-Initiative Ostwestfalen-Lippe, das Projekt Gartenlandschaft Ostwestfalen-Lippe den Wehrdener Park einbezieht, werden allseits "offene Türen" eingerannt.
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Im gleichen Jahr beschliessen der Rat der Stadt Beverungen und die Eigentümerin das Projekt "Restaurierung des Wehrdener Schlossparks" durchzuführen. Als dann im Herbst 2002 die öffentlichen Mittel bewilligt sind, wird das Büro für Architektur, Stadtplanung und Dorferneuerung, Dipl.-Ing. Lothar Beltz mit der Realisierung des vom Westfälischen Amt für Landes- und Baupflege erstellten Entwurfes beauftragt.

Mit einem Pachtvertrag wird vereinbart, dass der restaurierte Teil des Schlossparks Wehrden für 30 Jahre der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Mit seinen 10 Naturdenkmalen, von denen sich mit der alten Hainbuche eines im öffentlichen Teil befindet und dem rekonstruierten Wegenetz präsentiert sich der Park nach der Fertigstellung der Restaurierungsarbeiten wieder in altem Glanz.

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Stand: 06. Oktober 2009